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Angela Dorn


Geocaching und Psychologie bei den Grünen

12.01.2009 (fjh)
"Mein Schwerpunkt ist die Sozialpolitik." Fast entschuldigt sich Angela Dorn dafür, "dass ich als Frau diesem Klischee entspreche".
Doch die Direktkandidatin der Grünen für den Wahlkreis 13 hat gute Gründe für ihr Engagement in diesem Bereich: Seit dem Abschluss ihres Psychologie-Studiums arbeitet sie in der Forensischen Psychiatrie Haina.
"Dort haben wir mehr Zeit als anderswo in der Psychiatrie", erläutert die 26-jährige Psychologin die Vorzüge dieser Arbeit. "Anderswo muss ich einen Patienten wegschicken, bevor er austherapiert ist."
Dafür hat sie es an ihrem Arbeitsplatz meist mit Straffälligen zu tun, die einer psychotherapeutischen Unterstützung bedürfen. "Das ist eine durchaus erfüllende Arbeit", findet sie.
Angesichts des Elends vieler ihrer Klienten liegt der jungen Psychologin allerdings eine wirksame Prävention sehr am Herzen. "Das ist allein schon wegen der Opfer wichtig", meint sie. "Außerdem spart es der Gemeinschaft aber auch Kosten."
Neben einer menschenfreundlichen und sozial gerechten Politik setzt sich Dorn auch für höhere Investitionen in den Bildungsbereich ein. "Ich war sehr aktiv im Kampf gegen Studiengebühren", berichtet sie.
Vor vier Jahren ist sie zu den Grünen gestoßen. Zuvor hatte sie beim BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und im Weltladen mitgearbeitet. Außerdem gehörte sie der Fachschaft Psychologie an.
Inzwischen engagiert sie sich vor allem in der Grünen Jugend Hessen (GJH). Seit November vertritt sie die GJH im Landesvorstand der Grünen. Bereits seit Mai 2008 ist sie Landesvorsitzende der GJH.
"Ein wichtiges Anliegen von mir ist die Generationen-Gerechtigkeit", erklärt sie. "Gerade ich als junger Mensch plädiere ganz entschieden für einen besseren Schutz der Umwelt."
Auch ihr Hobby bringt sie hinaus in die Natur. "Ich betreibe Geocaching", berichtet sie. "Das ist eine Art Schnitzeljagd mit GPS."
Mit Hilfe des Global Positioning Systems (GPS) suchen Teilnehmende eine bestimmte Koordinate auf, die ein anderer Mitspieler ihnen durchgegeben hat. "Man kann jemanden so einen Ort in der Natur schenken", erklärt die junge Umweltschützerin.
Im April 2006 zog sie für Die Grünen ins Marburger Stadtparlament ein. Die Öko-Partei hat sie danach auch in ihren Stadtvorstand gewählt.
Den Einsatz für Frieden und eine nachhaltige Umweltpolitik nennt Dorn als wichtige Themen. Die neoliberale Wirtschaftsweise habe nicht nur zu der derzeitigen Finanzkrise geführt, sondern auch zu einem nicht mehr vertretbaren Raubbau an der Natur.
"Eigentlich bin ich ja sehr für Datenschutz", betont die Jung-Politikerin weiter. "Dennoch habe ich jetzt eine eigene Internetseite www.angeladorn.de. Das bringt solch eine Kandidatur halt so mit sich."
Ihre Aussichten auf einen Platz im Hessischen Landtag bewertet die gebürtige Aschaffenburgerin durchaus optimistisch: "Über das Direktmandat habe ich natürlich keine echten Chancen, aber ich stehe auf Platz 13 der Landesliste. Nach den derzeitigen Prognosen wäre ich damit drin."
Franz-Josef Hanke
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