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Not-Groschen


Kreis spendierte 55.000 Euro für Katastrophenschutz

08.12.2008 (ms)
Mit Investitionen im Gesamtwert von rund 55.000 Euro hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf die Ausstattung des Katastrophenschutzes und der nicht-polizeilichen Gefahrenabwehr im Landkreis unterstützt. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde stellten Landrat Robert Fischbach und Kreis-Brandinspektor Lars Schäfer am Samstag (6. Dezember) die Geräte und Hilfsmittel vor. Gleichzeitig ehrte der Landrat sieben ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW) mit der Katastrophenschutz.Mmedaille.
"Der Katastrophenschutz und die nicht-polizeiliche Gefahrenabwehr werden in unserem Landkreis ganz überwiegend durch ehrenamtliche Kräfte sichergestellt. Und die Menschen, die sich ehrenamtlich für die Sicherheit der Allgemeinheit aufopfern, haben es verdient, dass sie mit vernünftigem und zeitgemäßem Handwerkszeug arbeiten können", meinte Fischbach. Für den Landkreis Marburg-Biedenkopf sei es daher selbstverständlich, die von den Kommunen, dem Land oder dem Bund zur Verfügung gestellte Ausrüstung zu ergänzen.
Vor dem Hintergrund der zum Teil verheerenden Unwetter in der Vergangenheit hat sich der Landkreis entschlossen, den Kommunen im Bedarfsfall mit einer zentralen Sandsack-Logistik zu helfen. Hierfür finanzierte der Kreis ein Sandlager, dass auf dem Gelände des Marburger THW gebaut worden ist. In dem überdachten Lager, das aus Fertigbau-Elementen hergestellt wurde, lagern bis zu 24 Tonnen Sand.
"Das reicht für etwa 2.400 Sandsäcke, die wir im Bedarfsfalle den Städten und Gemeinden zeitnah zur Verfügung stellen können", erläuterte Kreis-Brandinspektor Lars Schäfer. Das THW hält ständig je 1.000 gefüllte Sandsäcke in Biedenkopf und Marburg für Sofortmaßnahmen vor. Mit der ebenfalls in Marburg vorhandenen Sandsack-Füllmaschine können jetzt in kurzer Zeit weitere Sandsäcke gefüllt werden.
"Wir erreichen durch das neue Lager einen erheblichen Zeitvorteil, weil wir nicht erst anfangen müssen, Sand zu organisieren", sagte Fischbach. Der Betrieb des Sandlagers und die Abfüllung erfolgt im Ernstfall durch Einsatzkräfte des THW und der Feuerwehr. Die Kosten für das Sandlager beliefen sich auf etwa 3.000 Euro.
Für die Rettungshunde-Staffel des THW Marburg beschaffte der Kreis vier GPS-Ortungs- und –Navigationsgeräte im Gesamt wert von etwa 2.000 Euro. Diese mobilen Geräte, die speziell für den Außeneinsatz konzipiert wurden, dienen zur besseren Orientierung der Hundeführer in unübersichtlichem Gelände. So kann der Einsatz von Suchteams besser koordiniert und aufeinander abgestimmt werden.
Diese Geräte können zudem als Navigationsgeräte in Fahrzeugen eingesetzt werden. Das geschieht zum Beispiel dann, wenn das THW die Kommunen im Landkreis mit Sandsäcken oder Pumpen versorgt.
Für die vier Fahrzeuge des Leitungsdienstes - des Leitenden Notarztes und des Organisatorischen Leiters des Rettungsdienst sowie für den Dienstwagen des Kreis-Brandinspektors - beschaffte der Landkreis ebenfalls moderne Navigationsgeräte. Die Geräte mit übersichtlicher Bedienung und schneller Rechenleistung erlauben die zügige Orientierung und das zeitnahe Ankommen an Einsatzstellen.
Der Gerätetyp ist auch dafür ausgelegt, mit der Computer-Software der Rettungsleitstelle verknüpft zu werden. Damit kann der Einsatzort bei einer Alarmierung direkt an das Gerät gesendet werden. Auch der aktuelle Standort der Fahrzeuge kann so an die Leitstelle gesendet werden.
Ebenfalls für den Rettungsdienst beschaffte der Kreis acht Defibrillatoren. Diese Geräte, mit denen bei einer Wiederbelebung Elektroschocks abgegeben werden können, sind für die Fahrzeuge des Leitungsdienstes und für die vier Rettungswagen der vier Schnell-Einsatzgruppen im Landkreis gedacht.
Die modernen Geräte bieten darüber hinaus noch vielfältige Überwachungsmöglichkeiten. So kann zum Beispiel ein EKG abgeleitet werden. Ein Herzschrittmacher zur äußerlichen Anwendung ist eingebaut. Die Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes und des Blutdrucks ist möglich. Auch die Erfassung bestimmter Messwerte bei künstlich beatmeten Notfall-Patienten ist möglich. Die Beschaffung dieser Geräte kostete rund 12.000 Euro.
Für die Einsatzfahrzeuge der Leitenden Notärzte und der Organisatorischen Leiter des Rettungsdiensts beschaffte der Landkreis außerdem noch Geräte, mit denen die Konzentration des giftigen Kohlenmonoxids (CO) im Blut von Notfall-Patienten schnell und unkompliziert gemessen werden kann. "Bei Patienten, die eine Rauchvergiftung erlitten haben, lässt sich so vor Ort die Notwendigkeit und Dringlichkeit eines Transportes ins Krankenhaus beurteilen", erklärte Schäfer. Die CO-Messgeräte haben rund 12.500 Euro gekostet.
Für das Fahrzeug des Kreis-Brandinspektors beschaffte der Landkreis auch noch eine Wärmebild-Kamera und ein mobiles Gas-Messgerät. Da Wärmebild-Kameras relativ teuer sind, können sich nicht alle Kommunen derartige Geräte leisten, so dass der Landkreis auch hier eine Unterstützungsleistung für die Städte und Gemeinden anbietet.
Die Kameras lassen sich vielfältig einsetzen. Bei Bränden etwa können damit Glutnester aufgespürt und Temperatur-Unterschiede beobachtet werden. Bei Gefahrstoff-Einsätzen lassen sich damit auch Flüssigkeitsstände in Behältern kontrollieren. Auch für die Suche nach vermissten Personen ist das Gerät geeignet, weil es selbst feinste Temperatur-Unterschiede erkennt. Die Anschaffung hat rund 10.500 Euro gekostet.
Mit dem Gas-Messgerät lässt sich bei Gas-Austritten die Explosionsgefahr beurteilen. Da nicht bei allen Feuerwehren im Landkreis ein solches Gerät zur Verfügung steht, kann der Landkreis hier diese Lücke schließen. Rund 1.000 Euro hat das Gas-Messgerät gekostet.
Mit einer Investition von rund 13.000 Euro hat der Landkreis auch das - in dieser Form in Hessen einzigartige - Projekt "Mobile Pressestelle" vervollständigt. Mit dem endgültigen Ausbau des für diesen Zweck vorgehaltenen Fahrzeugs verfügt der Landkreis Marburg-Biedenkopf jetzt über ein geeignetes Mittel, um bei Groß-Schadenslagen oder Katastrophen vor Ort eine qualifizierte Presse- und Medienbetreuung zu gewährleisten.
Das Fahrzeug ist ein rollendes Büro. Es verfügt über eine umfangreiche EDV- und Kommunikationsausstattung und dient an Einsatzstellen als Anlaufpunkt für Medienvertreter. In diesem Fahrzeug laufen zudem alle Informationen zusammen und werden mediengerecht aufbereitet. Sie können dann per Fax oder E-Mail an die Medienvertreter weitergegeben werden.
"Dieses Fahrzeug entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis, dem Kreis-Feuerwehrverband Marburg-Biedenkopf, dem THW und auch der Polizeidirektion Marburg-Biedenkopf", erläuterte Schäfer. Es sei auch Bestandteil der Behörden-übergreifenden Zusammenarbeit zwischen Kreis, Feuerwehr und Polizei für den Bereich der Einsatz-begleitenden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
"Mit diesen Investitionen hat der Landkreis seine Ausgangsposition in der Gefahrenabwehr sowie bei Groß-Schadenslagen oder Katastrophen weiter verbessert", stellte Fischbach fest. Die Einsätze in der Vergangenheit hätten bewiesen, dass hoch motivierte und gut ausgebildete Einsatzkräfte zur Verfügung stehen.
"In der Kombination mit der Ausrüstung, die wir – wie jetzt – immer wieder den aktuellen Erfordernissen anpassen, sind wir im Zusammenwirken mit den Städten und Gemeinden gut aufgestellt, um den Menschen im Landkreis im Notfall Hilfe zu leisten", freute sich Fischbach.
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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