06.12.2008 (fjh)
Nicht nur Kinder kennen den Nikolaus als alten Mann in einem langen roten Mantel. Sein weißer Bart und seine rote Kapuze oder Zipfelmütze dürften jedoch weit weg sein vom historischen Vorbild. Denn der heilige Nikolaus war in Wirklichkeit ein Türke.
Die historische Figur war Bischof der Stadt Smyrna. Seine Heimatstadt möchte den berühmten Heiligen nun gerne auf einem Surfbrett als Küsten-Kapitän darstellen.
Das allerdings ist genauso ahistorisch wie der Rauschebart im roten Mantel. Wahrscheinlich war der historische Nikolaus eher einfach gewandet und lief in Sandalen. In jedem Fall hätte er beim mediterranen Klima seiner Heimatstadt in einem dicken Mantel und unter einer warmen Mütze ordentlich geschwitzt.
Aber vielleicht ist ja gar nicht so wichtig, wie Nikolaus damals ausgesehen hat. Viel bedeutungsvoller ist wohl, dass dieser Heilige heute Geschenke verteilt und damit Freude verbreitet. Vor allem Kinderaugen beginnen zu glänzen, wenn sie irgendwo einen Nikolaus oder Weihnachtsmann erblicken.
Auch in Marburg sind die Weihnachtsmärkte inzwischen wieder aufgebaut. Rund um die Elisabethkirche stehen die Buden nun erstmals auf steinernem Grund, nachdem der südliche Vorplatz der gothischen Kirche im Herbst gepflastert worden war.
Der Markt hat damit zwar ein wenig an Charme verloren, doch dafür gewinnen die Budenbesitzer. Angesichts der derzeitigen Finanzkrise sei ihnen der Umsatz gegönnt.
Und dem heiligen Nikolaus seien sein Mantel und sein Bart ebenso verziehen wie das Surfbrett. Wenn er nur weiterhin durch die - längst nur noch selben durchlässigen - Kamine in die Häuser herabsteigt und den Kindern Plätzchen, Schokolade und andere Süßigkeiten in die Stiefel oder Schuhe legt, dann darf er eigentlich herumlaufen, wie er will. Schließlich sehen ihn bei seinem wohltätigen Werk ja nur wenige wirklich richtig.
Franz-Josef Hanke
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