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Instrument der Marburger Messungen ausgestellt

04.12.2008 (fjh)
Der Marburger Kunstverein zeigt ein historisches Winkel-Messgerät, das vom Gründer der Universitäts-Sternwarte stammt: Der Theodolith wurde im Jahr 1832 von der Kasseler Firma Breithaupt für Christian Ludwig Gerling angefertigt, der das Präzisionsinstrument unter anderem bei der kurhessischen Landvermessung einsetzte.
Das sogenannte "Breithauptsche Universalinstrument" war sowohl für horizontale wie auch für vertikale Winkel-Messungen geeignet. Um seine Funktion und Geschichte für Ausstellungsbesucher verständlich zu machen, ist dem Gerät eine Erläuterung von Privatdozent Dr. Andreas Schrimpf vom Fachbereich Physik der Philipps-Universität beigefügt. Er ist der derzeitige Leiter der Sternwarte.
Gerling war ein Schüler des berühmten Mathematikers Carl Friedrich Gauß. Mit Hilfe des Repetitions-Theodolithen konnte er die Landvermessung von Kurhessen vollenden. Mit ihr war er im Jahr 1821 beauftragt worden, um eine Lücke in der Vermessung Europas zu schließen.
Auf der Grundlage von Dreiecksmessungen, die er während zweier Kampagnen in den Jahren 1821 bis 1823 und 1835 bis 1837 durchführte, erstellte Gerling ein präzises Kartenwerk. Die kurhessische Triangulierung trug ihm den Ruf ein, einer der bedeutendsten Geodäten Deutschlands in seiner Zeit zu sein.
Neben der Landvermessung von Kurhessen bestehen Gerlings Verdienste zum einen in der Ausbildung junger Wissenschaftler, die dann an anderen Sternwarten große Erfolge verzeichnen konnten. Sie arbeiteten etwa in Bonn, Mannheim und Göttingen. Auch der Gründungsdirektor der Sternwarte in Santiago de Chile war ein Gerling-Schüler.
Zum anderen leistete der Marburger Astronom und Geodät einen wichtigen Beitrag zur Bestimmung der Entfernung zwischen Erde und Sonne, der "Astronomischen Einheit". Er regte an, diese Entfernung aus den Stillstands-Punkten der Venus- oder Mars-Bahn zu ermitteln statt aus den viel selteneren Venus-Transiten.
Seit September stellt der Marburger Kunstverein im Foyer universitäre Lehr- und Schausammlungen vor. "Ich möchte, dass es ins Bewusstsein der Bevölkerung gehoben wird, dass die Universität Schätze besitzt, die sichtbar gemacht werden müssen“, sagte Dr. Gerhard Pätzold zu dem Projekt. Er ist der Geschäftsführende Vorsitzende des Marburger Kunstvereins.
Die Öffnungszeiten der Kunsthalle am Gerhard-Jahn-Platz sind dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr und mittwochs von 11 bis 20 Uhr.
pm: Philipps-Universität Marburg
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