31.01.2008 (sts)
Auf große Resonanz stieß die Sitzung der Lokalen Agenda-Gruppen "Nachhaltige Stadtentwicklung" und "Ökologie" zur Wohnbebauung auf dem Sportplatz an der Weintrautstraße. Unter den circa 50 Teilnehmern am Mittwoch (30. Januar) im Sitzungssaal "Hohe Kante" waren mit Gertrud Vogt-Euen, Robert Keul und Manfred Morawitz auch Vertreter der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften GeWoBau, GWH und Wohnstadt. Auch zahlreiche Anwohnerinnen und Anwohner waren zugegen und äußerten ihre Wünsche und Bedenken.
Das Stadtparlament hatte mit dem Beschluss zum Haushalt 2008 auch die Bebauung des Sportplatzes an der Weintrautstraße festgelegt. Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD) will durch den Verkauf des städtischen Geländes genügend Geld einnehmen, um am Großsportfeld beim Georg-Gassmann-Stadion mindestens einen, eventuell zwei weitere Kunstrasen-Plätze zu bauen. Die Lokalen Agenda-Gruppen wollen nun sicherstellen, dass sich die Bebauung auf dem 8.000 Quadratmeter großen Gelände in das Stadtbild einfügt und auch die Bürger angemessen beteiligt werden.
Die Agenda-Gruppen haben bereits verschiedene Bauvarianten entwickelt, die Agenda-Sprecher Gerhard Haberle vorstellte und erläuterte. Das Gelände soll locker mit Gebäuden bebaut werden, die nicht höher als zwei Geschosse sind und noch genügend Raum für Grünflächen bieten. Haberle äußerte den Wunsch, dass dort stadtnahe, altengerechte Wohnungen entstehen könnten oder ein Konzept zum "Gemeinschaftlichen Wohnen" verwirklicht werden könnte.
Die Vertreter der Wohnungsbaugesellschaften bekundeten ihr grundsätzliches Interesse an dem Grundstück und an einem solchen Baukonzept. Allerdings dürfte dann das Gelände nicht im freihändigen Bieterverfahren von der Stadt veräußert werden.
"Die marktüblichen Preise für dieses Grundstück können wir nicht bezahlen. Wir müssten uns schon im Vorfeld auf ein gemeinsames Nutzungskonzept mit der Stadt einigen", sagte Keul von der GWH Marburg.
In mehreren nichtrepräsentativen Abstimmungen sprach sich schließlich eine klare Mehrheit der Anwesenden gegen ein verkürztes Verfahren zur Erstellung eines Bebauungsplans aus, da dann die Bürgerbeteiligung nicht im gewünschten Umfang möglich wäre. In einer zweiten Abstimmung gab es ein klares Votum gegen den freien Verkauf des Grundstücks.
Haberle will dieses Stimmungsbild nun in der kommenden Sitzung des Bau- und Planungsausschusses wiedergeben und die Parlamentarier für ein gemeinschaftliches Wohnkonzept begeistern.
Stephan Sonntag
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