Logo: marburgnewsMobile Marburgnews

Zum Menü

Beim Wort


Luther-Preis für Ehepaare Lohmeyer und Nierth

14.11.2016 (fjh)
Der Bund der Luther-Städte vergibt den gemeinsamen Luther-Preis "Das unerschrockene Wort" 2017 an Horst und Birgit Lohmeyer sowie an Markus und Susanna Nierth für ihr zivilgesellschaftliches Engagement. Das hat die Jury des Luther-Preises, in der Vertreter aller 16 Mitgliedsstädte über die Vergabe beraten, nach ihrer Sitzung im sächsischen Torgau am Montag (14. November) bekanntgegeben.
Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird am 22. April 2017 verliehen.
"Nachdem der Preis in den Vorjahren mehrfach über die Landesgrenzen inaus verliehen wurde, möchten wir im Reformationsjahr 2017 den Fokus auf gegenwärtige Herausforderungen im Heimatland Luthers legen", erklärte die Jury zur Begründung. "Die Ehepaare Nierth und Lohmeyer stehen mit ihrem zivilgesellschaftlichen Engagement beispielhaft für den Kampf gegen demokratiegefährdende und rechtsextremistische Strömungen in Deutschland, den sie trotz andauernder Anfeindungen und Bedrohungen fortführen."
Horst und Birgit Lohmeyer leben und wirken im mecklenburgischen Dorf Jamel, das in den Medien als "Nazi-Dorf" bekannt wurde. Das Künstler-Ehepaar veranstaltet hier seit 2007 jährlich das Rockfestival gegen rechts "Jamel rockt den Förster" - und wirkt damit gegen die Vereinnahmung des Dorfes durch Neonazis. Trotz massiver Drohungen und Brandstiftungen lassen sich die Lohmeyers nicht aus dem Ort vertreiben.
Markus und Susanna Nierth wurden bekannt im Rahmen ihres Einsatzes für eine Flüchtlingsunterkunft im sachsen-anhaltinischen Tröglitz. Die darauffolgenden Drohungen ließen Markus Nierth zwar aus Sorge um seine Familie vom Amt des Bürgermeisters zurücktreten, verhinderten jedoch nicht das weitere Eintreten des Ehepaares für seine Überzeugungen.
Die 16 - im Bund der Luther-Städte zusammengeschlossenen - Kommunen würdigen mit der Auszeichnung Personen, die sich in einer besonderen Situation - aber auch beispielhaft über einen längeren Zeitraum hinweg - mit Wort, Tat und Mut auch gegen Widerstände für die Gesellschaft einsetzen. Die Ehepaare Lohmeyer und Nierth erhalten die Auszeichnung im Jahr 2017 gemeinsam und somit jeweils 5.000 Euro des Preisgeldes.
Im Andenken an das Wirken des Reformators Martin Luther wird "Das unerschrockene Wort" seit 1996 alle zwei Jahre vergeben. Die Auszeichnung erinnert an den Mut und die Standhaftigkeit des Reformators, als er sich auf dem Reichstag zu Worms 1521 für seine Überzeugungen verantworten musste. Zuletzt ging der Preis im Jahr 2015 an den syrischen Journalisten Mazen Darwish und das Syrische Zentrum für Medien und Meinungsfreiheit.
Jede der 16 Luther-Städte kann einen Kandidaten aus dem In- oder Ausland für den Preis nominieren. Aus ihnen ermittelt die Jury - bestehend aus den Vertretern der Städte und weiteren Personen des öffentlichen Lebens - den gemeinsamen Preisträger. Zum Bund der Luther-Städte gehören Marburg, Augsburg, Coburg, Eisenach, Eisleben, Erfurt, Halle, Heidelberg, Magdeburg, Nordhausen, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Wittenberg, Worms und Zeitz.
pm: Stadt Marburg
Text 11984 groß anzeigen

www.marburgnews.de

© 2016 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg