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Ruhe gefunden


30 Kinder machen in Marburg Ferien vom Krieg

04.07.2016 (fjh)
30 Kinder aus der Ukraine, die einen Elternteil im Krieg verloren haben, hieß Bürgermeister Dr. Franz Kahle am Donnerstag (30. Juni) auf dem Stadtwaldgelände willkommen. Das Kinderprojekt "Zwei Wochen ohne Krieg" hat der Deutsch-Ukrainische Verein Marburg OBOZ Plus ins Leben gerufen.
Die Kinder besuchen Marburg mit Begleitpersonen in der Zeit von Sonntag ( 26. Juni) bis Samstag (9. Juli). In der mittelhessischen Universitätsstadt sollen sie eine möglichst unbeschwerte Zeit haben.
"Ich hoffe, dass ihr gute Ferien in Marburg verbringt", sagte Kahle. Der Bürgermeister verwies darauf, dass in Marburg 140 Nationalitäten friedlich zusammenleben.
"Außerdem hat die Philipps-Universität den höchsten Anteil ausländischer Studierenden deutschlandweit", erklärte Kahle. Damit machte er deutlich, dass ein friedliches Zusammenleben unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen möglich und für die Kinder erfahrbar sei.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der Ukraine werden in Gemeinschaftsunterkünften auf dem Freizeitgelände Stadtwald untergebracht und vom Verein Marburg OBOZ Plus verpflegt und betreut. "Die Kinder können hier in der friedlichen Umgebung des Stadtwaldes aufatmen", hofft Svitlana Dyachenko als eine der Organisatorinnen des Austauschs.
"Es gibt jeden Tag eine Vielzahl an Aktivitäten; und das Lagerfeuer ist beliebter Treffpunkt", berichtete Dyachenko. "Die Kinder kommen in der Umgebung des Stadtwaldes zur Ruhe."
Aber nicht nur Bürgermeister Kahle freute sich, den Kindern mit der Unterbringung im Freizeitgelände eine möglichst unbeschwerte Zeit ermöglichen zu können. Auch die Kinder hatten für den Bürgermeister eine Überraschung parat: In farbenfrohen Trachten und mit viel Enthusiasmus tanzten sie einen eigens für ihren Aufenthalt in Deutschland einstudierten Tanz.
Der Austausch und die gemeinsame Zeit mit deutschen Kindern und Jugendlichen im Rahmen eines abwechslungsreichen Programms sind zentraler Bestandteil des Aufenthalts in der Universitätsstadt Marburg. Auf einen Besuch des Frankfurter Zoos, des Hessenparks sowie der Stadt Koblenz freuen sich die Teilnehmenden besonders.
Die Idee für diese Reise entstand im Sommer 2015. Einige Mitglieder des Vereins reisten nach Lwiw (früher Lemberg) zur Partner-Hilfsorganisation "New Country Ukraine". Dort machten sie sich ein konkretes Bild von der Projektarbeit, für die sie sich regelmäßig engagieren.
Für die anderen ging es durch das ganze Land. dort sahen und erlebten sie hautnah, wie Kinder und Jugendliche in der Krise leben.
Mitten in Europa - nur zwei Flugstunden von Marburg entfernt - leiden die Menschen unter Krieg.Allein 1,5 Millionen Ukrainer sind auf der Flucht und haben alles verloren.
Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, den Kindern und den Kriegsopfern einen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen, um sich zu erholen. Die Fahrer und der Bus für die Reise werden aus der Ukraine zur Verfügung gestellt. Spritkosten trägt der Verein selbst.
Der Deutsch-Ukrainische Verein Marburg OBOZ Plus gründete sich im Dezember 2014. Bundesweit wurden bereits im Vorjahr viele Sammelaktionen gestartet und sowohl große als auch kleine Hilfstransporte in die Ukraine geschickt.
Die humanitäre Hilfe kam den Menschen in der Ukraine zugute. Auch kleine Projekte zur Unterstützung einzelner Bedürftiger wurden ins Leben gerufen.
pm: Stadt Marburg
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