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Verunreinigtes Trinkwasser weiterhin abkochen

04.07.2016 (fjh)
Die Quelle der Trinkwasserverunreinigung mit colibakterien liegt in Wohratal. Die Empfehlung zum Abkochen des Trinkwassers besteht weiter. Das hat der Landkreis Marburg-Biedenkopf am Montag (4. Juli) mitgeteilt.
Am Vormittag hatten die beteiligten Gesundheitsämter der Landkreise Marburg-Biedenkopf, Gießen und Lahn-Dill mit den Experten der Wasserverteiler in den betroffenen Versorgungsgebieten die - über das Wochenende gewonnenen - Ergebnisse der intensiven Untersuchungen und der eingeleiteten Maßnahmen bewertet. Im Ergebnis konnte übereinstimmend festgestellt werden, dass über einen von acht Brunnen des Wasserwerks Wohratal die Verunreinigung eingetragen wurde. Dieser Brunnen wurde am Samstag (2. Juli) unverzüglich vom Netz genommen.
Die bereits am Freitag (1. Juli) eingeleitete Desinfektion mit Chlor wird weiter aufrechterhalten. Aufgrund des sehr großen und weit verzweigten Rohrnetzes benötigt die Verteilung des gechlorten Wassers je nach Abnahmestruktur mehrere Tage.
Eine Aufhebung der Abkochempfehlung kann erst erfolgen, wenn an allen Endsträngen des Rohrnetzes ein ausreichender Chlornachweis geführt ist und unbedenkliche Probenergebnisse vorliegen. Aufgrund der Rohrnetzstruktur ist zu erwarten, dass die Abkochempfehlung dann landkreisweise von Nord nach Süd in Abstimmung mit den jeweiligen Gesundheitsämtern aufgehoben werden kann. Darüber wird die Öffentlichkeit unverzüglich informiert.
Auffälligkeiten im Sinne eines Anstiegs von Durchfallerkrankungen sind dem Gesundheitsamt des Landkreises Marburg-Biedenkopf bisher nicht bekannt geworden. Wegen der Verunreinigung des Trinkwassers und der Chlorung gelten jedoch nach wie vor die Empfehlungen, Leitungswasser nur im abgekochten Zustand zu trinken und das Leitungswasser sprudelnd aufzukochen zur Zubereitung von Nahrung sowie Essen und von Getränken, sofern die Speisen oder Getränke nicht ohnehin gekocht werden , zur Zubereitung und zum Waschen von Rohkost und zum Zähneputzen.
Alternativ kann auch abgepacktes Wasser in Flaschen genutzt werden. Kohlensäurehaltiges Wasser ist jedoch für die Säuglingsernährung nicht geeignet.
Für die Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden) und auch für das Waschen der Wäsche kann das Leitungswasser ohne Bedenken weiter genutzt werden. Der Kontakt mit offenen Wunden sollte vermieden werden.
Der Genuss des gechlorten Wassers ist unbedenklich. Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung ist das Wasser während der Chlorungsmaßnahme jedoch nicht geeignet.
Das Aufbrühen des Wassers in der Maschine reicht nicht aus. Kaffee sollte daher mit abgekochtem Wasser oder abgepacktem Wasser gekocht werden.
Geschirrspülmaschinen spülen in der Regel nach dem eigentlichen Reinigungsvorgang das Spülgut nochmals mit klarem Wasser nach. Daher ist eine Verunreinigung nicht auszuschließen. Das Spülgut sollte daher mit abgekochtem oder verpacktem Wasser nachgespült werden.
E.coli ist ein Darmkeim. Wie bei allen Erregern oder Schadstoffen gilt, dass die Menge darüber entscheidet, wie groß die Gefahr einer Erkrankung ist. Da es sich um eine geringe Verkeimung handelt, ist die Gefahr gering, zu erkranken.
Jeder, der an einem durch Keime hervorgerufenen Durchfall erkrankt ist, kann während der Krankheitsphase andere Menschen anstecken. Maßnahmen, um in diesem Fall eine Weiterverbreitung zu verhindern, sind sogenannte Maßnahmen der Basishygiene, insbesondere gründliches Händewaschen vor dem Essen und nach dem Toilettengang.
E.Coli kann Durchfallerkrankungen und eine Wundinfektion auslösen, falls verunreinigtes Wasser auf eine offene Wunde gelangt. Wegen der geringen Keimbelastung ist das Risiko gering, zu erkranken.
pm: Landkreis Marburg-Biedenkopf
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