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Selbstschutz


Gerda-Henkel-Stiftung fördert vorhaben zu Flüchtlingen

30.04.2016 (fjh)
Die "Gerda-Henkel-Stiftung" fördert ein neues Forschungsprojekt am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität, das untersucht, wie Flüchtlinge in Camps und urbanen Regionen zu ihrem eigenen Schutz beitragen. Bis 2018 stellt die Stiftung rund 120.000 Euro für das Projekt unter dem Titel "Globaler Flüchtlingsschutz und lokales Flüchtlingsengagement - Ausmaß und Grenzen von Agency in gemeindebasierten NGOs von Flüchtlingen" zur Verfügung.
"In den letzten drei Jahrzehnten wurden Flüchtlinge sowohl im wissenschaftlichen als auch im öffentlichen Diskurs hauptsächlich als passive Opfer dargestellt, die auf Schutz und Hilfe externer Akteure angewiesen sind", erklärte Projektleiterin Dr. Ulrike Krause vom Zentrum für Konfliktforschung (ZfK). "Sie erscheinen einseitig als Hilfsempfänger sowie als passive und homogene Gruppe."
Ihre unterschiedlichen sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und politische Interessen sowie Hintergründe bleiben weitgehend unbeachtet. Die überwiegende Mehrheit der Flüchtlinge weltweit lebt nicht in Europa, sondern in sogenannten "Entwicklungsländern".
"Bislang hat die Forschung weitestgehend vernachlässigt, wie sich Flüchtlinge über den institutionellen Flüchtlingsschutz hinaus für ihre eigene Sicherheit einsetzen", erklärte Krause. Das geschehe etwa in Form von Frauengruppen zur gegenseitigen Unterstützung, Stammesältesten bei der lokalen Konfliktbearbeitung oder Kollektiven für Erwachsenenbildung.
Die Konfliktforscherin will diese Forschungslücke mit ihrem aktuellen Projekt füllen. Dessen Ziel besteht darin, zu untersuchen, wie sich Flüchtlinge für ihre Sicherheit engagieren.
Wie die Projektleiterin darlegt, geht es insbesondere darum, "wie sich Flüchtlinge in Lagern und im städtischen Umfeld organisieren und welche Möglichkeiten solche Gruppen haben, ihre Sicherheitslage zu verbessern". Zu diesem Zweck führen Krause und die Doktorandin Hannah Schmidt Feldforschung in einem Flüchtlingslager sowie in urbanem Kontext in Uganda durch, wo mehr als eine halbe Million Flüchtlinge leben.
Krause arbeitet am Zentrum für Konfliktforschung der Philipps-Universität zum Thema "konfliktbedingte Flucht und Flüchtlingsschutz". Soeben hat sie ein Forschungsprojekt zur sexuellen und geschlechterbasierten Gewalt gegen Frauen in Flüchtlingslagern abgeschlossen, das von Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel geleitet wurde.
pm: Philipps-Universität Marburg
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