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Verbal zugeschlagen


AStA kritisiert Rassismus in Cappeler Supermarkt

04.04.2016 (fjh)
Ein Vorfall am 10. November 2015 in der Teegut-Filiale Cappel hat der Fuldaer Supermarktkette den Vorwurf des Rassismus eingebracht. Mit Unterstützung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) forderte der Betroffene eine Stellungnahme und Entschuldigung von Tegut.
Bisher sei die Forderung jedoch weitestgehend ignoriert und der Vorfall heruntergespielt worden, berichtete der AStA am Donnerstag (31. März). Daher wente sich der Betroffene nun mit einer Schilderung des Vorfalls an die Öffentlichkeit.
Tegut erklärte dazu, man habe das Schreiben des AStA Ende Dezember "zum Anlass genommen und den Vorgang noch einmal umfassend geprüft. Anhaltspunkte für rassistisches Verhalten waren dabei nicht ersichtlich." Zudem lehne das Unternehmen "jede Unterscheidung, Ausschließung oder Bevorzugung, die auf Grund der Rasse, der Hautfarbe, des Geschlechts, des Alters, des Glaubensbekenntnisses oder anderer persönlicher Merkmale erfolgt, streng ab und beschäftigt rund 45 Nationen".
Nach eigener Schilderung schlenderte der Kunde am 10. November 2015 in der Cappeler Tegut-Filiale durch die Gänge auf der Suche nach etwas, das er seinem Freund mitbringen könnte. Ab und zu dachte er, er hätte das richtige gefunden; dann entschied er sich aber doch dagegen, stellte das Gesehene zurück und machte sich - halb in Gedanken - weiter auf die Suche.
Als er sich dann doch endlich entschied und sich mit dem Gefundenen in der Hand zum nächsten Gang aufmachte, stand plötzlich ein Angestellter vor ihm, der sich später als Filialleiter zu erkennen gab. Er sagte, der Kunde solle sofort den Artikel zurückstellen und verschwinden, sonst rufe er die Polizei.
Der Filialleiter erklärte, der Mann wolle das Unternehmen bestehlen. Er wisse, dass er nicht genug Geld habe, um seinen Einkauf zu bezahlen.
Daraufhin bat der Kunde den Filialleiter, die Polizei zu rufen, da er sich nicht grundlos als Verbrecher beleidigen lassen wollte. Doch der Filialleiter forderte ihn stattdessen auf, zu beweisen, dass er genug Geld habe, um den Artikel zu kaufen oder den Laden zu verlassen und nicht mehr zu betreten.
Als sich der Kunde beschwerte, sagte der Filialleiter: "Das ist vielleicht bei euch anders, aber bei mir nicht." Auf die Frage "Wie bei uns? Wie meinen Sie das" antwortete der Filialleiter: "Weiß ich doch nicht, wo Sie herkommen!"
Den geschilderten Vorgang bestreitet das Fuldaer Unternehmen nicht. Alerdings sieht es darin keinen Rassismus, sondern entschuldigt sich lediglich für eventuelle "Missverständnisse", die entstanden sein könnten. Zudem verweist die Supermarktkette auf zahlreiche Aktivitäten, die sie zugunsten von Flüchtlingen betreibt.
Franz-Josef Hanke
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