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Reformationsjubiläum mit Route


Veranstaltungsprogramm zum Luther-Jahr 2017

03.03.2016 (ms)
Zum 500. Mal jährt sich am 31. Oktober 2017 die Veröffentlichung der 95 Thesen, die Martin Luther der Überlieferung nach an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen haben soll. Das Reformationsjubiläum wird nicht nur international gefeiert, sondern auch in Marburg, wo die Reformation eine wichtige Rolle spielte. In der mittelhessischen Universitätsstadt traf sich Luther 1529 mit Huldrych Zwingli zum Religionsgespräch.
Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach und Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner präsentierten die bisher geplanten Veranstaltungen zum Reformationsjubiläum und ein bereits jetzt erschienenes Faltblatt mit einer Reformationsroute. "Dieses kirchliche Jubiläum steht in engem Bezug zur Marburger Stadtgeschichte“, sagte Weinbach.
Das abwechslungsreiche Programm ist nicht nur für die Marburger Bürger von großem Interesse, es richtet sich auch an Gäste der Stadt und wird daher auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin bereits beworben. "Viele Akteure aus Kultur und Kirche, Geschichte und Wissenschaft beteiligen sich", erläuterte Laufner. "Die Fäden laufen im Kulturamt zusammen."
Marburg sei zudem auch in die bundesweite Koordinierungsgruppe zum Jubiläumsjahr eingebunden, berichtete Weinbach. Eine ganze Reihe von Veranstaltungen für das Jubiläumsjahr ist schon geplant.
Offizieller Start ist bereits am 31. Oktober 2016 mit dem Reformationstag. Das Marburger Ökumenegespräch findet am 28. Januar 2017 zum Thema "Lebensgeschichten“ unter anderem mit dem Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer statt.
Ein Höhepunkt ist eine Ausstellung im Landgrafenschloss von Mai bis Oktober 2017, die die Wechselwirkung von Reformation und Bildung darstellt. Für den Theatersommer 2017 hat das Hessische Landestheater Marburg eigens das Stück "Luther" bei dem renommierten Theaterautor Marc Becker in Auftrag gegeben, das auf dem Marktplatz aufgeführt wird.
Eine "Zeitreise“ am und um den Lutherischen Kirchhof gibt es vom 15. bis 18. Juni 2017. Mit Luthers Tischreden, historischer Musik, einer "Stinkstation“ mit den authentischen Gerüchen des 16. Jahrhunderts, einem Predigt-Slam und Gerichten aus Luthers Zeit bis hin zur Armenspeisung wird das Alltagsleben aus Luthers Zeit erlebbar gemacht.
Das Studium Generale "Die Reformation und ihre Wirkungen" findet vom 26. April bis zum 19. Juli 2017 an der Philipps-Universität statt. Vom 8. bis 10. September findet das Landeskirchenmusikfest in Marburg statt. Der Fachbereich Theologie der Philipps-Universität richtet vom 27. bis 29. September 2017 eine wissenschaftliche Tagung zum Luther-Jahr aus.
"Wir wollen Marburg als aufgeschlagenes Geschichtsbuch präsentieren“, betonte Laufner. Das wird auch mit dem von der Journalistin Gesa Coordes erstellten Faltblatt zur Reformationsroute verwirklicht, die auf den Spuren von Luther durch die Stadt führt und in der viele Informationen und Anekdoten rund um Luther und die Reformation in Marburg enthalten sind.
Los geht es an der Alten Universität an der Weidenhäuser Brücke, über die Luther 1529 auf Einladung von Landgraf Philipp nach Marburg kam und wo er begeistert von den Bürgern begrüßt wurde. In Marburg hatten sich die Ratsherren schon vier Jahre zuvor darüber beschwert, dass die Stadt mit zu viel "geistlichen Personen belestigt" sei, die keine Steuern zahlten und zu viel Wein wollten.
1527 bekamen sie einen evangelischen Pfarrer. Dominikaner, Franziskaner und Kugelherren mussten ihre Klöster für die vom Landgrafen gegründete Universität räumen.
Die Route führt weiter über die "Musterkirche der Reformation“ - die Lutherische Pfarrkirche St. Marien, an der sich 1604 Calvinisten und Lutheraner eine heftige Prügelei lieferten – bis zum Landgrafenschloss, wo sich Luther und Zwingli trafen und über das richtige Verständnis des Abendmahls stritten, ohne sich in der Grundsatzfrage zu einigen. Abstecher führen beispielsweise zur Elisabethkirche, in der einst die Gebeine der heiligen Elisabeth lagerten, bis Landgraf Philipp sie zehn Jahre nach dem Religionsgespräch aus dem goldenen Schrein entfernen ließ, um dem Reliquienkult ein Ende zu setzen.
Das Faltblatt mit den zehn Stationen ist im Rathaus, bei der Marburg Stadt und Land Tourismus GmbH und an allen zehn Stationen der Route erhältlich. Zum Ausdrucken ist es auch auf www.marburg.de abrufbar.
pm: Stadt Marburg
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