15.02.2016 (ms)
Knapp 250 Frauen, Männer und Kinder haben sich in Marburg am Sonntag (14. Februar) am internationalen Aktionstag "One Billion Rising“- Eine Milliarde erhebt sich - beteiligt und tanzend für ein Ende der Gewalt gegen Frauen und Mädchen demonstriert. Seit 2012 ruft die Kampagne weltweit dazu auf am "V-Day“ zu streiken, zu tanzen und sich im Widerstand gegen die Ungerechtigkeit gegenüber Frauen zu erheben.
Jede dritte Frau weltweit wird im Laufe ihres Lebens geschlagen oder vergewaltigt. Das ergibt die Summe von mehr als eine Milliarde Frauen und Mädchen, die der Bezeichnung des Aktionstags zugrunde liegt.
Zum vierten Mal hat auch in Marburg eine Demonstration auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz stattgefunden. Knapp 250 Menschen waren zusammengekommen und tanzten zur Musik des Lieds "Break the Chain.
Unterstützt wurden sie dabei von Aerobic-Trainerin Evelyn Mahla, Tanztherapeutin Astrid Kolter und Claudia George. Die klare Botschaft:lautet "Women are no possession“ oder auf deutsch "Frauen sind kein Besitz".
"Der Magistrat der Universitätsstadt Marburg steht in Gänze hinter dieser Aktion“, erklärte Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach, die gemeinsam mit Bürgermeister Dr. Franz Kahle die Veranstaltung eröffnete. Mit dem Modell "Tanzen gegen die Gewalt“ könne man ein gutes Zeichen setzen.
Oft finde die Gewalt gegen Frauen und Mädchen hinter verschlossenen Türen statt. Wichtig sei, zu signalisieren: "Ihr könnt und müsst nein sagen und ihr dürft es auch!“
Auch in einer aufgeklärten demokratischen Gesellschaft gehöre das Thema keineswegs der Vergangenheit an. "Sowohl international, aber eben auch in unserem direkten Umfeld werden wir täglich damit konfrontiert", betonte Kahle.
Weiter verwies er darauf, dass nicht nur Frauen-, sondern auch Fremdenfeindlichkeit nicht toleriert werden dürfe. Dass die Vorfälle der Silvesternacht in Köln beispielsweise von Gruppierungen dazu genutzt werden, um fremdenfeindliche Stimmung zu machen, sei "ganz, ganz übler Populismus“. Gewalt gegen Frauen sei keine Frage der Nationalität.
Gleichberechtigungsbeauftragte Christa Winter begrüßte die Gäste auf dem Elisabeth-Blochmann-Platz. Das Gleichberechtigungsreferat war für die Organisation der Veranstaltung in Marburg verantwortlich. Mit roten Luftballons sowie vielen Plakaten und Botschaften wurde dann der Kälte und des aufkommenden Nieselregens zum Trotz lautstark und tanzend protestiert.
pm: Stadt Marburg
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