10.02.2016 (ms)
2015 hat die Marburger Bildungsoffensive Mabison für die Bereiche Sport, Umwelt und Kultur begonnen. Ende November 2015 ging das erste Modellprojekt im Bereich Kultur an den Start.
In drei Kindertagesstätten am Richtsberg engagiert sich die
Musikschule Marburg im Bereich frühkindlicher Musikerziehung, ohne dass das mit Kosten für die Eltern verbunden ist. Bürgermeister Dr. Franz Kahle sowie Stadträtin Dr. Kerstin Weinbach haben am Mittwoch (10. Februar) das Projekt nach den ersten Erfahrungen in der Kita Erfurter Straße vorgestellt.
Ab ins "Weltall“ hieß es für die Besucher der Kindertagesstätte. So heißt auch der Bewegungsraum, in dem eine Gruppe eine kleine Darbietung vorbereitet hatte.
Die Kinder präsentierten zusammen mit den Erzieherinnen, wie "„Klangerfahrungen" und "Bewegungsspiele" – zwei Stichworte aus dem Konzept der musikalischen Früherziehung – konkret aussehen können. Singen, Klatschen, Instrumente und Bewegung im Raum werden kombiniert. Welchen Spaß das den Kindern macht, war ihnen anzusehen.
Genau das ist das Ziel des Projekts: Kinder sollen an Musik herangeführt werden, neugierig werden und Spaß haben. Er soll im Vordergrund stehen, nicht etwa "Hochleistungsmusik“, sagte Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner.
Über die Kinder hinaus gibt es laut Kahle dann auch einen Zugang für die Eltern zu anderen Angeboten. Ein solches Projekt habe auch eine Strahlkraft über die Kita hinaus und ermögliche mehr Teilhabe und Beteiligung an der Gesellschaft, erläuterte die Koordinatorin der Kindertagesbetreuung Richtsberg Cornelia Hain.
Die Mitarbeiter der Kita Erfurter Straße und der beiden anderen Einrichtungen im Stadtteil bestätigten, dass aus den Gruppen für musikalische Früherziehung Impulse für alle kommen. Weinbach betonte bei der Präsentation des Projekts den Stellenwert von musikalischen Angeboten auch im Hinblick auf die Integration. Musik funktioniert über die Grenzen von Sprache hinaus.
Das Modellprojekt zwischen der Musikschule und den drei Kindertagesstätten sei eine große Bereicherung, erläuterte Weinbach. Der Leiter der Musikschule Knut Kramer machte deutlich, dass er sich sehr gefreut habe, das Thema musikalische Früherziehung bei Mabison anbringen zu können. Dieses Thema drücke ihn schon lange, nachdem die Angebote seit den 90er Jahren immer weiter zurückgegangen seien.
In der Kooperation mit der Musikschule gibt es innerhalb des Mabison-Projekts in der Kita Erfurter Straße drei Gruppen mit je 15 Kindern, davon eine Gruppe speziell für Kinder unter drei Jahren, in der Kita Eisenacher Weg zwei Gruppen mit 14 Krippen-Kindern und eine Gruppe mit 20 Kindern sowie eine Percussion-Gruppe für 20 Kinder in der Bildungsstätte am Richtsberg. Rhythmus und Musik, Finger- und Bewegungsspiele, Singen und Tanzen, Lieder und Geschichten sind wichtige Elemente in der musikalischen Früherziehung, die entwicklungsgemäß eingesetzt werden, dem Alter und dem Können der Kinder angepasst.
Mabison-Koordinator Peter Schmittdiel vom Jugendamt zeigte bei der Veranstaltung in der Kita auch noch einmal kurz den Hintergrund der Bildungsoffensive auf, die noch unter dem ehemaligen Oberbürgermeister Egon Vaupel an den Start gegangen war. Vorhandene Strukturen und Fördermöglichkeiten sollen genutzt werden, neue Kooperationen entstehen, um Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Bildungsangeboten zu ermöglichen.
"Ein Netzwerk wächst, das hoffentlich noch größer wird“, wünschte sich Schmittdiel. Neue Impulse soll demnächst eine weitere Veranstaltung bringen, bei der wieder Ideen eingebracht werden können.
pm: Stadt Marburg
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