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K U S S in Aktion


21. Kinder und Jugendtheaterfestival vom 12. bis 19. März

26.01.2016 (fjh)
"In dieser Form gibt es das nur in Marburg", sagte Paul Möllers vom Staatlichen Schulamt Marburg-Biedenkopf über das K U S S-Festival. Die 21. Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche findet von Samstag (12. März) bis Samstag (19. März) unter dem Titel "kuck! schau! spiel!" statt. Damit sind die drei Säulen des Festivals angesprochen, die sonst keine ähnliche Veranstaltung in Deutschland so aufweist.
In der Galeria Classica stellten die Veranstalter vom Hessischen Landestheater Marburg, der Universitätsstadt Marburg und vom Staatlichen Schulamt am Dienstag (26. Januar) das Programm der 21. Festival-Ausgabe vor. 23 Aufführungen präsentieren insgesamt 19 Stücke für Kinder ab 3 Jahren bis hin zu Inszenierungen für Jugendliche und Erwachsene.
28 Workshop-Leiter bieten Schulen in der Region insgesamt 66 unterschiedliche Themen für Workshops an, bei denen Schüler selbst zu Schauspielern werden. In den vergangenen Jahren musste Möllers immer wieder Gruppen abweisen, weil die vorhandene Ausstattung nicht ausreichte für die große Nachfrage. Deswegen wünscht sich der Vertreter des Staatlichen Schulamts mehr Geld als die derzeit für das Workshop-Programm vorhandenen 22.000 Euro.
85.000 Euro stehen für das Theaterprogramm des Festivals zur Verfügung. Auch zu den Aufführungen kommen erfahrungsgemäß immer so viele Interessierte, dass das Angebot nicht für alle ausreicht. Dennoch möchte Intendant Matthias Faltz die familienfreundlichen Preise von 6 Euro für Kinder und 8 Euro für Erwachsene nicht anheben.
Das Festival beginnt am Samstag (12. März) mit dem Stück "Eins Zwei Drei Vorbei" vom Theater im Marienbad aus Freiburg. Den Abschluss bildet am Samstag (19. März) "Das große Buch" mit phantastischen Geschichten des Schweizer Literaten und Kabarettisten Franz Hohler in einer Inszenierung des Theaterhaus-Ensembles Frankfurt. Zugleich verleiht der Freundeskreis des Hessischen Landestheaters dann seinen - mit 2.000 Euro dotierten - Kinder- und Jugendtheaterpreis an die gelungenste Inszenierung des Festivals.
Eigens für die Kinder- und Jugendtheaterwoche bereitet das Hessische Landestheater Marburg eine eigene Inszenierung von Michael Endes Geschichte "Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer" vor. Das Stück für Kinder ab sechs Jahre wird am Sonntag (13. Januar) im Rahmen des Festivals Premiere feiern.
"Braun werden" bringt die "Expedition Junges Chawwerusch" aus Herxheim am Montag (14. März) für Jugendliche ab 14 Jahren auf die Bühne. Dabei kippt ein volkstümlicher Schwank mehr und mehr zu einer Auseinandersetzung über Neonazis.
An die ganz Kleinen ab drei Jahre richtet sich am Dienstag (15. März) die Tanz- und Musikperformance "Alles im Eimer" vom tanzfuchs köln. Für die selbe Altersgruppe bietet Celestine Hennermann aus Frankfurt am Donnerstag ihr Tanztheater-Stück "Minimax" an.
Für Jugendliche ab 15 Jahre bringt die KITZ Theaterkumpanei Ludwigshafen die interaktive Performance "Zaadgah - Heimat im Kopf" nach Marburg mit. Eine iranische Künstlerin beschreibt sehr berührend ihre eigene Flucht vor religiös motivierter und geschlechtsspezifischer Unterdrückung, berichtete Festival-Leiter Jürgen Sachs.
Ein Experiment wagt das Festival mit "Die Konferenz der wesentlichen Dinge" der pulk fiktion aus Köln am Donnerstag (17. März). Angeleitet durch Regieanweisungen besprechen die Anwesenden ein vorgegebenes Thema wie Entscheidungsstrukturen in der Familie und tauschen dabei miteinander Meinungen und Rollen aus.
Neue Wege beschreiten möchte Sachs auch bei den Diskussionsforen der Theatermacher. So wurden erstmals drei Stipendien an junge Theaterleute vergeben, die frischen Wind in die Szene bringen sollen. Nach 21 Jahren ist schließlich nicht nur das Festival, sondern auch sein Leiter in die Jahre gekommen.
Allein schon diese Herangehensweise und der große Erfolg der bisherigen Festivals beweisen, dass Sachs und seine Kollegen nach wie vor jugendlich frisch geblieben sind. Gleiches möchte man auch dem Theater insgesamt wünschen, das zumindest in Marburg zuletzt allerdings auch durchaus flott und aufgeschlossen aufgetreten ist. Letztlich legt die Kinder- und Jugendtheaterwoche ja auch den Grundstein für die Theatergäste der nächsten Generation.
Franz-Josef Hanke
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