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Mehr Inklusion


Jürgen-Markus-Preis prämiert Projekte zur Barrierefreiheit

21.01.2016 (fjh)
Zum dritten Mal verleiht die Universitätsstadt Marburg den "Jürgen-Markus-Preis: Marburg barrierefrei". Am Freitag (23. September) wird Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies im Historischen Saal des Rathauses barrierefreie Ideen für Marburg auszeichnen. Bewerbungen können alle Bürger für alle Bereiche des Lebens bis zum Freitag (8. April) bei der Behindertenhilfe der Stadt einreichen.
Spies hat am Mittwoch (20. Januar) gemeinsam mit den Kuratoriumsmitgliedern Kerstin Hühnlein von der Behindertenhilfe der Stadt, Markus Witwe Susanne Holz, Dr. Klaus Bendel, Wolfgang Urban, Sonja Volkert, Eva Gottschaldt sowie Franz-Josef Visse als Vorsitzender des Behindertenbeirats den Jürgen-Markus-Preis 2016 vorgestellt.
"Dieser Preis dient dazu, Maßnahmen, Projekte und Initiativen zum Abbau von Barrieren in jedem Sinne zu fördern und zur gleichen Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung beizutragen", erläuterte Spies. Es sei wichtig, zu verstehen, dass Menschen im öffentlichen wie im privaten Raum behindert werden.
"Daher müssen wir dafür sorgen, dass Behinderungen, die im öffentlichen Raum vorhanden sind, abgebaut werden", machte Spies deutlich. Beeinträchtigungen und Einschränkungen, die dazu führten, dass nicht jeder überall gleichermaßen teilhaben könne, sollten aufgelöst werden.
Aus diesem Grund sei der Jürgen-Markus-Preis mit der Aufforderung an die Bürger verbunden, sich nach barrierefreien Ideen umzusehen. Das sei schon deshalb hilfreich, da es Menschen, die nicht behindert werden, häufig schwer fällt, überhaupt zu erkennen, worin Behinderung liegen kann, machte Spies aufmerksam.
Holz betonte, dass barrierefreie Ideen immer auch eine Öffnung für alle bedeuten. Das zeigten die vergangenen zwei Preisverleihungen beispielhaft.
"Wo man mit dem Rollstuhl nicht hoch kommt, kommt man mit dem Kinderwagen auch nicht hoch", stellte der Oberbürgermeister fest. Wer schon einmal die Erfahrung gemacht habe, mit einem Gipsbein in den Bus ein- und auszusteigen, sehe vieles mit anderen Augen, fügte Gottschaldt hinzu. Jedoch wiesen die Kuratoriumsmitglieder ausdrücklich darauf hin, der Jürgen-Markus-Preis beziehe sich keineswegs ausschließlich auf bauliche Maßnahmen, sondern sei offen für alle Möglichkeiten und Ideen, Barrieren jeglicher Art aus dem Weg zu räumen.
In einem weiteren Sinne gehe es um das Aufheben von Grenzen. Das Denken in den Kategorien "behindert – nicht behindert", "Inländer – Ausländer", "Mann – Frau"
"Die Grenzen sind im Alltag fließend",
"Daher ist es entscheidend, von den Kategorisierungen wegzukommen. Und das bedeutet Inklusion. Es nach und nach so einzurichten, dass wirklich jeder und jede an allem teilhaben kann, wenn er oder sie es will“, führte Gottschaldt aus.
Es gehe auch durchaus darum, Projekte anzustoßen, die ansonsten einfach auf der Ideenebene blieben, ergänzte Urban. Beispiele aus anderen Städten zeigten, dass es im kulturellen Bereich viele Theaterprojekte von Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gebe. Auch im Sport oder in der Kinder- und Jugendhilfe gebe es viele Ansatzmöglichkeiten, wenn es um gemeinsamen Unterricht oder Beteiligung in Kindergärten gehe.
All das seien Lebensfelder mit vielen Trennungen von Lebenswegen; und es sei sehr spannend, wenn hier auch weitere Initiativen entstünden, erklärten die Kuratoriumsmitglieder. "Es geht um das breite, gesellschaftliche Leben und nicht nur um Barrieren im konkret sinnlich wahrnehmbaren Bereich", richteten sich abschließend die Beteiligten noch einmal an alle Interessierten.
Das Formular für die Bewerbung kann entweder bei der Behindertenhilfe des Magistrats der Universitätsstadt Marburg unter der Telefonnummer 06421/201-1525 oder der e-Mail-Adresse kerstin.huehnlein at marburg-stadt.de angefordert oder im Internet unter www.marburg.de/juergen-markus-preis heruntergeladen werden. Die Bewerbungen für den Preis können als Kurzdarstellung der Maßnahme, Initiative oder des Projekts auf maximal fünf DIN A4-Seiten als Word-Datei bis zum 8. April 2016 eingereicht werden.
Im Gedenken an das Leben und Wirken von Jürgen Markus (1957 - 2010) vergibt die Universitätsstadt Marburg den "Jürgen-Markus-Preis: Marburg Barrierefrei". Er ist mit 20.000 Euro dotiert und wird im zweijährigen Rhythmus verliehen.
Die Stiftung des Preises soll dazu beitragen, die Universitätsstadt Marburg als soziale Stadt zu präsentieren und weiterzuentwickeln, in der behinderte Menschen soweit wie möglich selbstbestimmt leben und arbeiten können. Dafür steht in vorbildlicher Weise Jürgen Markus, der mit seinem Leben gezeigt hat, dass Veränderungen für ein barrierefreies Leben in vielen Bereichen notwendig, aber auch möglich sind.
Der "Jürgen-Markus-Preis: Marburg barrierefrei" wird seit 2012 verliehen und soll der Unterstützung entsprechender vielfältiger Aktivitäten für ein barrierefreies Marburg dienen. Prämiert werden "Maßnahmen, Initiativen und Projekte in der Universitätsstadt Marburg, die zum Abbau von Barrieren in Straßen und Häusern, zum Aufbau des freien Zugangs zu sozialem Leben und Kultur und zur Teilhabe und Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderungen führen".
Die Maßnahmen, Initiativen und Projekte sollen nachhaltig dazu beitragen, dass die Universitätsstadt Marburg hinsichtlich ihrer Gebäude, ihrer Verkehrs- und Erschließungsflächen sowie ihrer gesamten Infrastruktur sowohl im öffentlichen als auch privaten Bereich barrierefrei, für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich und nutzbar ist. Dazu zählen beispielsweise Maßnahmen zur besseren Erschließung von städtischen und privaten Begegnungsstätten, Gaststätten, Bürger- und Gemeinschaftshäusern, Vereins- und Versammlungsräumen, Kinos, Theater oder Konzerträumen. Des Weiteren sollen sie Chancen zur uneingeschränkten Teilhabe behinderter Menschen in allen Lebensbereichen wie Kinder- und Jugendeinrichtungen, Schule, Arbeit und Beschäftigung eröffnen sowie die soziale und kulturelle Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderungen auf kreative Weise voranbringen.
Der Preis soll die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Marburg dazu anregen, sich für die Verbesserung der Lebenssituation in ihrer Stadt einzusetzen, so wie Jürgen Markus es selbst Zeit seines Lebens getan hat. Die Auszeichnung will beispielhaftes und engagiertes Wirken belohnen und anerkennen, die Durchführung von Vorhaben finanziell unterstützen, zu neuen Ideen anregen, Kreativität fördern und dieses Wirken öffentlich bekannt machen. Ein Kuratorium entscheidet über die Preisverleihung und darüber, ob der Preis an eine einzelne Maßnahme geht, oder ob er auf mehrere Projekte aufgeteilt wird.
pm: Stadt Marburg
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