23.11.2015 (fjh)
Oberbürgermeister Egon Vaupel und die Söhne des verstorbenen Stifters Dr. Reinfried Pohl haben sich darauf verständigt, die Stadtverordnetenversammlung (StVV) im Rahmen des Nachtragshaushalts 2016 zu bitten, den Bestimmungszweck der am 24. Februar 2012 durch die StVV angenommenen Spende von Pohl an die
Universitätsstadt Marburg endgültig festzulegen. die Familie Pohl möchte die Spende zeitnah für soziale und gemeinnützige Zwecke der Marburger Gesellschaft zur Verfügung stellen.
Auf Vorschlag von Vaupel sollen 500.000 Euro für die Unterstützung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge eingesetzt werden. Eine Million Euro soll helfen, alte und bedürftige Menschen in der Universitätsstadt Marburg zu unterstützen.
Andreas Pohl und Reinfried Pohl möchten dort Not lindern und Unterstützung leisten, wo der Bedarf heute dringend ist. "Uns ist es ein Anliegen, hier und jetzt etwas zu tun und die Spende unseres Vaters jetzt unmittelbar Marburg und seinen Bürgern zukommen zu lassen", erklärte Andreas Pohl.
Vaupel begrüßte darüber hinaus den Wunsch der Familie Pohl, dass ein Betrag von 1,5 Millionen Euro der Reinfried-Pohl-Stiftung zur Förderung der Krebsforschung an der
Philipps-Universität zur Verfügung gestellt wird. Bereits zu Lebzeiten hatte Pohl die Krebsforschung in der Universitätsstadt Marburg nachhaltig unterstützt. Die Marburger Krebsberatungsstelle wurde seinerzeit ebenfalls von Pohl initiiert und wird bis heute aus der Anneliese-Pohl-Stiftung finanziert.
Vaupel freute sich über die gemeinsame Lösung. "Auch mit einer geänderten Ausrichtung des Spendenzwecks wird dem Wunsch des Spenders Dr. Reinfried Pohl und dem Wunsch der Familie Pohl Rechnung getragen", erklärte er. "Ich bedanke mich ausdrücklich für das damit zum Ausdruck gebrachte Interesse der Familie Pohl an den Menschen ihrer Heimatstadt Marburg und den besonderen Aufgabenstellungen sowohl gegenüber unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen als auch älteren Menschen, die der besonderen Hilfe und Unterstützung bedürfen. Dies zeigt wieder einmal die soziale Kompetenz der Familie Pohl."
Der Oberbürgermeister versprach abschließend, er werde sich - auch in Absprache mit seinem Amtsnachfolger Spies - für diese Lösung einsetzen und bei der Stadtverordnetenversammlung dafür werben. Für den Fall, dass die Universitätsstadt Marburg eines Tages einen Schrägaufzug zum Schloss errichtet, hat sich die Familie Pohl bereit erklärt, eine finanzielle Unterstützung zu prüfen.
pm: Stadt Marburg
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