Logo: marburgnewsMobile Marburgnews

Zum Menü

Zwei Städte


Zehn Jahre Partnerschaft Marburg-Sibiu

02.11.2015 (fjh)
Im Oktober 2005 unterzeichneten Oberbürgermeister Egon Vaupel und der damalige Bürgermeister von Sibiu (Hermannstadt) und heutige rumänische Präsident Klaus Johannis die Urkunden für die Städtepartnerschaft. Am Samstag (31. Oktober) wurde das zehnjährige Jubiläum mit einem Festakt im Historischen Saal des Rathauses gefeiert.
Zahlreiche Gäste aus Marburgs jüngster Partnerstadt Sibiu - darunter Bürgermeisterin Astrid Fodor, Mitglieder beider Freundeskreise und weitere Ehrengäste - konnte Oberbürgermeister Vaupel begrüßen. "Zehn Jahre Städtepartnerschaft Marburg-Hermannstadt - das ist ein besonderes Datum vor allem für mich", betonte Vaupel. "Es ist selten, dass jemand so etwas mit einer Unterschrift besiegelt und dann auch noch im Amt das Jubiläum feiern kann", sagte das Stadtoberhaupt, das am 30. November aus dem Amt scheidet.
Er sei dankbar und froh, dass das schöne Ereignis auch mit einem bunten Programm in Marburg begangen werde, erklärte Vaupel. Bereits am Freitag (30. Oktober) machte eine Lesung im Historischen Saal des Rathauses den Auftakt. Dagmar Dusil las aus ihrem Buch "Blick zurück durchs Küchenfenster", mit dem sie an das Siebenbürgen ihrer Kindheit erinnerte.
Am Samstagnachmittag folgte eine deutschsprachige Aufführung der Komödie "Panik" durch das Teatru National "Radu Stanca" aus Sibiu in der Black Box im Hessischen Landestheater Marburg. Mit dem Programm werde unterstrichen, dass sich eine wirklich gelebte Partnerschaft entwickelt habe, sagte Vaupel.
2005 sei ein Brückenschlag gelungen, den viele sich schon länger gewünscht hätten. Vaupel erinnerte daran, dass die Universitäten beider Städte bereits seit 1997 eine Partnerschaft pflegen. Auf dieser Ebene habe sich der Austausch von Lehrenden und Studierenden bewährt, der dann auf vielen weiteren Ebenen ausgebaut wurde.
Der Wunsch nach einer Partnerschaft habe bei Bürgerinnen und Bürgern in beiden Städten bestanden, betonte der Oberbürgermeister. Und die - angeführt von den beiden Freundeskreisen - seien heute jenseits der Politik auch diejenigen, die ihn fördern.
"Der Reichtum einer Partnerschaft ist der Austausch", sagte Vaupel. "Vieles passiert, ohne dass es an die Öffentlichkeit kommt, aber es ist umso wichtiger."
Vaupel erinnerte sich an die Anfänge: "Bereits 2005 war Hermannstadt in Rumänien eine Stadt, auf die man schaute." Der damalige Oberbürgermeister Johannis habe erkannt, dass nur eine Öffnung von Gesellschaft und Wirtschaft zu einer demokratischen Entwicklung führt. Sie sei in Rumänien, das seit 2007 zur Europäischen Union (EU) gehört, heute unübersehbar.
Ein wichtiges Thema sei der Umgang mit Minderheiten, beispielsweise den Roma, sagte Vaupel. Er sei sich sicher, dass in Marburgs Partnerstadt damit angemessen umgegangen wird.
Vor ihrer Festansprache trug sich Bürgermeisterin Fodor zunächst ins Goldene Buch der Stadt Marburg ein. Sie betonte, dass Sibiu eine weltbekannte Kultur- und Wissenschaftsstadt sei.
Auch lobte sie den guten Austausch, nannte unter anderem gegenseitige Besuche von Theatergruppen, Volkstanzgruppen oder die Teilnahme rumänischer Fußballer am Six-Nations-Cup, bei dem in diesem Jahr zum zweiten Mal Gäste aus allen Partnerstädten nach Marburg gekommen waren. Schön sei es auch, dass in jedem Jahr zwei Teilnehmer aus Sibiu mit Stipendien an der Marburger Sommerakademie teilnehmen können.
Sie sei dankbar für die Partnerschaft im sozialen Bereich, sagte Sibius Bürgermeisterin und erinnerte daran, dass jedes Jahr die Frauen von Soroptimist für Kinderheime, Kindergärten und Schulen in Sibiu Spenden sammeln. Sie selbst habe wertvolle Erfahrungen bei gegenseitigen Besuchen gemacht. Fodor war sich sicher, dass der jetzt schon rege Austausch noch um weitere Bereiche ergänzt werden könne.
Außerdem bedankte sie sich dafür, dass Vaupel der rumänischen Delegation den Besuch des Erstaufnahmecamps in Cappel ermöglicht hatte: "Ich bin sicher, dass auch Rumänien und somit auch Sibiu Flüchtlinge aufnehmen muss. Da haben wir keine Erfahrungen und können deshalb vieles lernen."
Christopher Moss als Vorsitzender des Freundeskreises Marburg-Sibiu und seine rumänische Amtskollegin Eva-Nicoletta Burduşel betonten, dass ihre Vereine gerne dafür sorgten, die Partnerschaft mit Leben zu füllen. Burduşel hob den Auftrag hervor, "den rumänisch-deutschen Dialog zu fördern und die Verbindung beider Städte aufrechtzuerhalten".
"Wir möchten, dass die Partnerschaft blüht", wünschte sich Moss. Er sei sich sicher, dass das in Zukunft auch weiter so sein werde.
pm: Stadt Marburg
Text 10970 groß anzeigen

www.marburgnews.de

© 2015 by fjh-Journalistenbüro, D-35037 Marburg