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Syrer in Marburg


Vaupel begrüßte gut 100 DAAD-Stipendiaten

04.06.2015 (fjh)
Rund 100 syrische Austauschstudierende hat Oberbürgermeister Egon Vaupel am Mittwoch (3. Juni) im Stadtverordnetensitzungssaal empfangen. Vertreter des Ausländerbeirats, des "International Office" der Philipps-Universität sowie religiöser Gemeinschaften hießen die Studierenden ebenso herzlich willkommen. In der Zeit vom 1. Juni bis 30. September besucht die Stipendiatengruppe des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) einen Deutsch-Intensivkurs in der Universitätsstadt Marburg.
Nach mehr als drei Jahren Bürgerkrieg ist jeder zweite Syrer auf der Flucht. Schätzungsweise haben inzwischen über neun Millionen ihr Land verlassen. Mehr als drei Millionen syrische Flüchtlinge halten sich in den Nachbarländern auf.
"Es ist für uns eine vorrangige Aufgabe, Menschen aus anderen Ländern, die in Not sind, in unserer schönen Universitätsstadt willkommen zu heißen", erklärte Vaupel. Marburg wisse aus Geschichte und Gegenwart, wie sehr jeder einzelne Mensch, der zu uns kommt, auch die Stadtgesellschaft als Ganzes bereichere.
Unter den Flüchtlingen befinden sich hochqualifizierte Wissenschaftler und Studierende. Syrien droht infolge des Konflikts eine ganze Generation von Akademikern und Fach- und Führungskräften zu verlieren. Ein speziell auf diese Gruppe ausgerichtetes Sonderstipendienprogramm mit der Bezeichnung "Führungskräfte für Syrien" des Auswärtigen Amts (AA) gibt den Studierenden und Wissenschaftlern aus Syrien nun die Chance, in Deutschland zu studieren.
Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte dazu am 22. September 2014 in Berlin erklärt: "Wir dürfen nicht zulassen, dass infolge des Syrien-Konflikts eine verlorene Generation heranwächst. Gerade die jungen Syrerinnen und Syrer sind entscheidend für den Wiederaufbau und die Zukunft ihres Landes, wenn dieser schreckliche Konflikt beigelegt ist. Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass diese junge Generation eine Perspektive erhält. Deshalb legen wir ein neues Stipendienpaket für syrische Studierende auf."
Teamleiterin Inka Löck vom DAAD machte in Marburg vor der Stipendiatengruppe noch einmal deutlich: "Unter 5.000 Bewerberinnen und Bewerbern wurden Sie ausgewählt. Nutzen Sie die Chance, hier in Deutschland ein Studium zu absolvieren. Suchen Sie nach einem Zugang zu der deutschen Kultur und Sprache. Machen Sie das Beste daraus!"
Das neue - beim DAAD angesiedelte - Stipendienprogramm richtet sich vor allem an Masterstudierende, aber auch an Doktoranden und Bachelorstudierende. Es soll den Stipendiaten ermöglichen, ihr Studium in Deutschland zu absolvieren und zusätzlich zu ihrem Fachstudium in einem gesellschaftspolitischen Begleitprogramm studienbegleitende Kurse in "Good Governance", "Zivilgesellschaft" und "Nachhaltiges Projektmanagement" zu belegen. Durch die über das reine Fachwissen hinausgehende Vermittlung von Kenntnissen sollen die Stipendiaten in die Lage versetzt werden, später einen Beitrag für den Wiederaufbau Syriens leisten zu können.
Zur Vorbereitung auf ihr Studium werden die Stipendiaten zunächst bei der Gesellschaft für Sprachunterricht "S + W speak + write" einen viermonatigen Deutschkurs von Juni bis September 2015 besuchen. Auch die eventuell mit anreisenden Ehepartner können die für den Alltag erforderlichen Sprachkenntnisse in einem begleitenden Sprachkurs erwerben. Zusätzlich zum Sprachkurs sind ein kulturelles und landeskundliches Rahmenprogramm, Hilfestellungen bei den Formalitäten und eine sozialpädagogische Betreuung vorgesehen.
"Sie werden nur einige Monate in Marburg sein; aber machen Sie sich die Stadt an der Lahn zu Ihrer ersten Heimat in Deutschland", empfahl S+W-Geschäftsführer Jürgen Kalinna. Dr. Bilal El-Zayat von der Islamischen Gemeinde Marburg stellte den Studierenden auf Arabisch die Möglichkeiten vor, unter anderem am Gemeindeleben teilzunehmen.
Zwei Stipendiaten brachten es dann am Ende der Veranstaltung auf den Punkt: "Ich liebe Marburg, Deutsch und besonders den Oberstadtaufzug", sagte Tharek. Zusammen mit seinem Freund Haidan möchte er Informatik in Deutschland studieren.
Auch Haidan freute sich darüber, in der Stadt an der Lahn willkommen geheißen worden zu sein. "Marburg ist eine wunderschöne Stadt", sagte der junge Syrier.
pm: Stadt Marburg
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