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Kein Kraut


RP warnt vor Aussetzung fremder Pflanzen

22.04.2015 (fjh)
Pflanzen oder Tiere aus dem Aquarium haben nichts in freien Gewässern zu suchen. Darauf hat das Regierungspräsidium (RP) Gießen am Mittwoch (22. April) aus aktuellem Anlass hingewiesen.
Das "Brasilianische Tausendblatt" - auch "Papageienfeder" genannt - wurde in einem Teich im Marburger Stadtwald gefunden. Die vermutlich schon vor einigen Jahren ausgesetzte Wasserpflanze hat dort inzwischen dichte Bestände gebildet und gefährdet heimische Arten wie auch den auf der Roten Liste bedrohter Arten aufgeführten "Wasserschlauch".
„Gebietsfremde Pflanzen stören das ökologische Gleichgewicht empfindlich und können zu negativen Veränderungen des Lebensraumes bis hin zur Verdrängung heimischer Arten führen", erläuterte Jutta Neumann von der Oberen Naturschutzbehörde des RP. Die Expertin stellt fest, dass seit einigen Jahren immer wieder gebietsfremde Wasserpflanzen in Gewässern zu finden sind.
Oftmals seien sie absichtlich ausgesetzt worden. Beispielsweise geschehe das, wenn Aquarienpflanzen entsorgt würden. Das sei gesetzlich verboten und könne neben der Übernahme der damit verbundenen Kosten mit einer Geldbuße geahndet werden.
Das jetzt im Stadtwald gefundene "Brasilianische Tausendblatt" ist schon die zweite entdeckte Wasserpflanzenart im Landkreis Marburg-Biedenkopf, die sich auf der sogenannten "Schwarzen Liste" des Bundesamts für Naturschutz befindet. Bereits vor einigen Jahren wurde in einem Amphibientümpel im "FFH-Gebiet Brückerwald und Hußgeweid" bei Amöneburg das ursprünglich aus Australien stammende "Nadelkraut" entdeckt.
Auch diese Aquarienpflanze ist auf der Aktionsliste aufgeführt. Die dort genannten zehn Pflanzenarten stehen in Deutschland am Beginn einer Ausbreitung. Eine Etablierung soll daher zum Schutz der biologischen Vielfalt mit konsequenten Maßnahmen verhindert werden.
"Den Verursachern sind die Auswirkungen des Aussetzens auf den Lebensraum und die dort vorhandenen Arten oftmals nicht bewusst", sagt Neumann. Ihre Behörde weist daher darauf hin, dass Wasserpflanzen aus dem Aquarium oder aus dem eigenen Gartenteich auf keinen Fall in freien Gewässern ausgesetzt werden dürfen.
Dieses Freisetzungsverbot ist im Bundesnaturschutzgesetz geregelt. Es gilt grundsätzlich für alle gebietsfremden Tier- und Pflanzenarten.
Die RP-Expertin empfiehlt dazu das Faltblatt "Gebietsfremde Wasserpflanzen – Eine Gefahr für unsere Gewässer", das das Regierungspräsidium herausgegeben hat. Weitere Informationen zu "Invasiven Arten" wie wichtige Hinweise für Spaziergänger und Hundehalter zur Verschleppungsprävention des Nadelkrauts oder zu den vom Bundesamt für Naturschutz in Bonn herausgegebenen Schwarzen Listen invasiver Pflanzenarten sind auf der Internetseite www.rp-giessen.de abrufbar.
pm: Regierungspräsidium Gießen
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