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Lebensrettende Mitwirkung


Feuerwehr koordiniert Freiwillige und Hauptamtliche

17.04.2015 (fjh)
Ein klares Bekenntnis zur Freiwilligen Feuerwehr mit Unterstützung der hauptamtlichen Kräfte des Fachdiensts Brandschutz der Universitätsstadt Marburg gab es am Mittwoch (15. April) bei der Gemeinsamen Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren Marburg im Bürgerhaus Marbach. Oberbürgermeister Egon Vaupel lobte vor etwa 200 Feuerwehrleuten die Ehrenamtlichen für ihren großen Einsatz für die Gemeinschaft. Nicht nur sie leisteten viele Stunden freiwillige Arbeit, sondern auch ihre Familien müssten sich in Verzicht üben.
Alle im politischen Raum seien sich einig, dass die zwei Säulen Freiwillige Feuerwehr und die 30 Hauptamtlichen so erhalten werden müssten. "Diese zwei Säulen sind die Qualität der Marburger Feuerwehr", hob Vaupel hervor.
Für ihn sei es die letzte Hauptversammlung im Amt, merkte das scheidende Stadtoberhaupt an. Allen Oberbürgermeisterkandidaten rate er aber, am bestehenden System festzuhalten.
Feuerwehrchefin Carmen Werner freute sich, dass mit insgesamt 524 Einsatzkräften im Stadtgebiet die Zahlen stabil seien. Ebenso gelte das für den Anteil der Frauen, der bei 67 und nunmehr 13 Prozent liegt. Leider halte jedoch der Abwärtstrend bei den Jugendfeuerwehren mit nun 147 Mitgliedern an, bedauerte Werner.
Ein großer Erfolg sei, dass das Ausbildungszentrum der Jugendfeuerwehren in Cappel erhalten werde. Die Investitionskosten für den Ausbau bezifferte Vaupel auf vier Millionen Euro. Für weitere Investitionen stünden im Haushalt drei Millionen Euro zur Verfügung.
Wie Werner weiter berichtete, wurde die gesetzliche Hilfsfrist in 89,2 Prozent der Fälle im Jahr 2014 eingehalten. "Das ist der zweitbeste Wert seit der Auswertung ab 2007", betonte sie. "Das heißt: Nur in einem von zehn Einsätzen benötigen wir länger als die gesetzlichen zehn Minuten."
"Wir brauchen uns mit über 500 Einsatzkräften in Marburg nicht zu verstecken", betonte Jens Seipp. Er ist der Sprecher der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen.
Das hohe Niveau der Marburger Feuerwehr werde deutlich, wenn man in andere Städte schaue. Seipp nannte unter anderem Gießen, das bei etwa 80.000 Einwohnern nur 200 Aktive bei der Freiwilligen Feuerwehr verzeichnen könne. Darmstadt und Kassel hätten die gleiche Zahl bei 150.000 beziehungsweise 200.000 Einwohnern.
Und die großen Städte Wiesbaden und Frankfurt hätten bei 280.000 und 690.000 Einwohnern nur 600 und 850 Freiwillige Feuerwehrleute. Selbst Deutschlands größte Stadt Berlin verzeichne nur 1.400 ehrenamtliche Einsatzkräfte bei 3,5 Millionen Einwohnern, erläuterte Seipp.
"Wir arbeiten in Marburg auf Bundesliga-Niveau", betonte er. Deshalb sei die Marburger Wehr auch besonders stolz, von einer Jury den Conrad-Dietrich-Magirus-Award 2014 als Sieger in der Kategorie Brandbekämpfung verliehen bekommen zu haben.
Auch der Ehrenamtlichen-Sprecher sieht keinen Bedarf, am Marburger System aus Haupt- und Ehrenamt etwas zu ändern. "Wir werden wertgeschätzt, von der Leitung der Feuerwehr und der Politik", hob er hervor.
Es sei wichtig, dass die Hauptamtlichen vor allem die Tageseinsätze abdecken. Schließlich sei es vor allem Arbeitgebern nur schwer zu vermitteln, wenn Arbeitnehmer ständig ausrücken müssten.
Werner verwies darauf, dass an mehreren Standorten umfangreiche Neu- und Umbaumaßnahmen anstehen. Auch das lange gewünschte Trainingsgelände rückt in greifbare Nähe. Bedarf sieht die Feuerwehrchefin noch in der Fahrzeugbeschaffung, bei der die Stadt hinter dem Bedarfs- und Entwicklungsplan liege.
Die neu geschaffene Werksfeuerwehr am Universitätsklinikum werde zu einer Entlastung bei den Alarmierungen führen. Für die neue Werksfeuerwehr werde jetzt noch der Betriebsplan erstellt.
160 Brandeinsätze gab es 2014. Darunter waren der Brand von "Bückingsgarten" am Schloss und vor allem des Hochhauses Richtsberg 88 als herausragende Ereignisse, bei denen die Einsatzkräfte besonders gefordert wurden.
370-mal ist die Feuerwehr zur Allgemeinen Hilfe gerufen worden. Die Zahl der Fehlalarmierungen lag bei 206. Mit den 139 Brandsicherungsdiensten gab es somit insgesamt 875 Einsätze.
pm: Stadt Marburg
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