27.01.2015 (fjh)
"Oberbürgermeister sein heißt für mich, erster Diener der Stadt zu werden", erklärte Dr. Thomas Spies am Montag (26. Januar). Nachdem der ursprüngliche SPD-Kandidat Matthias Acker seine Bewerbung aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen hatte, nominierte die SPD Marburg nun den 52-jährigen Landtagsabgeordneten zur Direktwahl des Oberbürgermeisters am Sonntag (14. Juni).
"Wir kennen Thomas Spies als einen Menschen mit großem Verantwortungsbewusstsein und verstehen, dass er die Aufgaben, die er als Landtagsabgeordneter übernommen hat, nicht leichtfertig aufgeben wollte", erläuterte die Marburger SPD-Vorsitzende Monika Wiebusch. "Umso mehr freuen wir uns, dass er nun mit aller Kraft als Oberbürgermeisterkandidat zur Verfügung stehen wird."
Spies ist Ur-Marburger. Er kennt die Stadt von Kindheit an, hat hier seine Ausbildung absolviert und als Arzt gearbeitet. Mit seiner Familie wohnt er bis heute in Marburg.
"Oberbürgermeister von Marburg ist die schönste Aufgabe in der Politik, die ich mir vorstellen kann", sagte Spies. Der gebürtige Marburger hat "fast immer innerhalb eines Kilometers um die
Elisabethkirche" gelebt.
Seine Themen Soziale Gerechtigkeit, Gesundheit, Bildung und Wissenschaft sowie der demografische Wandel seien gerade auch in Marburg von besonderer Bedeutung, meinte Spies: "Gesundheit ist mit Klinikum und Pharma-Standort der wichtigste Arbeitssektor." Auch die Universität ist ein Schwerpunkt des Vorsitzenden des Wissenschaftsausschusses im Hessischen Landtag (HLT). Vier Jahre lang war Spies zudem Berichterstatter zum Thema demographischer Wandel und seine Bedeutung für die Landes- und Kommunalpolitik.
Als erfahrener Kommunalpolitiker – erst in der Stadtverordnetenversammlung (StVV) und dann im Kreistag – habe er immer den Bezug zur
Universitätsstadt Marburg erhalten. Überzeugt habe ihn, dass das Amt eines Oberbürgermeisters gerade die Chance biete, seine Erfahrungen, Kenntnisse und Konzepte im unmittelbaren Kontakt mit den Menschen umzusetzen. Und außerdem:
"diese Stadt ist mein Zuhause, wo meine Familie lebt und mein Kind aufgewachsen ist; was gibt es besseres, als sich darum kümmern zu dürfen", freute sich Spies. "Das Wichtigste ist mir, den Zusammenhalt und die Vielfalt der Stadtgesellschaft zu sichern und zu erhalten."
Niemand solle am Rande stehen oder sich ausgeschlossen fühlen. Die soziale Infrastruktur der Stadt sei beispielhaft und ein Garant für gutes Zusammenleben, Sicherheit, Solidarität und soziale Gerechtigkeit.
Egon Vaupel habe hier als Oberbürgermeister Großes geleistet, das es fortzusetzen und auszubauen gelte. "In Marburg wird erst der Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern gesucht und dann eine gemeinsame Lösung entwickelt; dabei soll es bleiben", versprach Spies.
Immer für jede und jeden ansprechbar zu sein, hält der Sozialdemokrat für eine zentrale Qualität für einen Oberbürgermeister. "Generationengerechtigkeit heißt vor allem, die Stadt und ihre öffentlichen Einrichtungen unseren Kindern in gutem, gepflegtem Zustand zu übergeben", erklärte Spies.
Die Handlungsfähigkeit der Stadt zu sichern, sei die dritte zentrale Aufgabe für ihn. "Die Finanzen Marburgs sind in einem soliden Zustand", lobte Spies die Situation. "Das soll trotz schwieriger Umstände so bleiben."
Dass die Grünen in Marburg einen eigenen Kandidaten aufstellen wollen, begrüßte Spies: "Demokratie lebt vom Mitmachen. Das heißt auch, von der Wahlbeteiligung. Und die wird steigen, wenn mehr Kandidaten einen lebhaften Wahlkampf hinbekommen."
Er freue sich auf eine Fortsetzung der rot-grünen Koalition in Marburg, erklärte Spies. Zur Kandidatur bei der OB-Wahl hatte er sich erst nach dem Ausscheiden Ackers aus gesundheitlichen Gründen bereiteefunden. In der SPD stieß Ackers Entscheidung auf großes Verständnis.
"Umso mehr freuen wir uns auf den Wahlkampf mit einem so starken Kandidaten", sagte Biebusch abschließend. Angesichts seiner Bekanntheit dürften die Chancen von Spies hier auch deutlich größer sein als die Ackers.
Franz-Josef Hanke/pm
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